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Yaron Herman - ©ACT / Julien Mignot
Yaron Herman - ©ACT / Julien Mignot
Yaron Herman Quartett - ©ACT / Julien Mignot
Yaron Herman Quartett - ©ACT / Julien Mignot

Produktinformationen

Besetzung

Yaron Herman / piano
Emile Parisien / tenor & soprano saxophone
Logan Richardson / alto saxophone
Stephane Kerecki / bass
Ziv Ravitz / drums


Aufnahmedetails

Music composed by Yaron Herman, unless otherwise noted
Produced by Yaron Herman & Christophe Deghelt
Recorded by Philippe Gaillot at Recall Studio,
Pompignan, France, February 25 - 28, 2012.
Mixed and mastered by Philippe Gaillot at Recall Studio in April & May 2012.
Assistant: Renaud van Welden


“Als Alter Ego wird ein „zweites Ich“ bezeichnet, im Unterschied zur originären ersten Persönlichkeit.“ (en.wikipedia) Wie viele Künstler versuche auch ich seit Jahren, die wahren Ursprünge meines Ichs zu erkunden.

Im Laufe der Zeit habe ich festgestellt, dass mich die Prozesse des Musikschreibens und -Aufführens tiefgreifend verändert haben. Man kann also sagen, meine Persönlichkeit hat sich um der Kunst Willen verändert. „Alter Ego“ ist mein Versuch, so aufrichtig wie möglich mit mir selbst zu sein; mein Ego einfach beiseite und die Musik tief aus mir sprechen zu lassen. „Alter Ego“ ist weder mein erstes Ich noch mein Zweites, sondern einfach ich.

Künstlerisches Gestalten ist für mich eine innere Notwendigkeit. Etwas, das tief in mir verwurzelt ist und viel mehr als die einfache Entscheidung, einen erwünschten Effekt zu erzielen. Alle Lieder auf diesem Album haben eine tiefe Bedeutung für mich. Alle beziehen sich auf ganz bestimmte Momente, die ich in den letzten Jahren erlebt habe – manche sehr schwer und manche sehr freudig. Der Kompositionsprozess und die Umstände, die zu dieser Aufnahme geführt haben, haben dem Album eine absolute Ehrlichkeit und Klarheit verliehen.

Ich habe das Bedürfnis verspürt, zur Melodie und dem Kern guter Songs zurückzukommen. Lieder wie ich sie aus meiner Kindheit kenne – anspruchsvoll und dennoch einfach, komplex und trotzdem melodisch. Das alles hat mit einer inneren Stimme zu tun, die nun zum Vorschein kommt und eine Geschichte erzählt. Eine Geschichte, die sich auf diesem Album mit der Hilfe meines Managers und Produzenten Christophe Deghelt, meiner Freunde und meiner Familie und natürlich den großartigen beteiligten Musikern entwickelt.

Den Saxofonisten Emile Parisien kenne ich seit beinahe 10 Jahren, als wir beide in der Rivoli Straße 59 in Paris in einem besetzten Haus spielten. Er hatte bereits zu dieser Zeit eine sehr differenzierte Stimme und Persönlichkeit, die sich über die Jahre noch enorm verfeinert haben. Heute ist er nicht nur ein guter Freund, sondern auch einer meiner liebsten Saxofonisten.

Die selbe Verbindung spüre ich zu meinem Bassisten Stephane Kerecki, der ebenfalls in einer Reihe von Bands spielte, die ich früher in Frankreich geleitet habe. Er hat einen ganz natürlichen Zugang zum Bass und einen gefühlvollen Sound. Wie Emile fürchtet auch er das Unbekannte nicht, was ihm erlaubt in jedem Moment seine Flügel auszubreiten und sich überall hintragen zu lassen.

Den Saxofonisten Logan Richardson habe ich erst vor Kurzem getroffen. Ich bewundere jedoch seine Art zu schreiben und zu spielen schon lange. Es ist ihm gelungen, meiner Musik eine weitere Facette hinzuzufügen. Hört man sich die Stücke an, auf denen Logan und Emile gemeinsam spielen, erlebt man zwei Musiker, die nicht nur schöne und komplexe Melodien erschaffen, sondern auch Texturen, Klänge und kleine kompositorische Elemente in Echtzeit beisteuern.

Nicht zuletzt ist da noch Drummer Ziv Ravitz, der eine entscheidende Rolle in der Entstehung dieser Musik und der Konzeption des Albums spielte. Er ist ein sehr guter Freund, der mich sowohl musikalisch, als auch intellektuell inspiriert. Die Intensität unserer zwischenmenschlichen und musikalischen Verbindung ist selbst für uns immer wieder überraschend. Ich empfinde ihn fast als eine Art verlorenen Bruder.

Dieses Album mit Emile, Stephane, Logan und Ziv zu komponieren war eine sehr bereichernde und aufregende Erfahrung. Die Tiefe, die diese Musiker den Kompositionen gegeben haben, hat mich regelrecht umgehauen. Mit diesem Album fühle ich mich wie neu geboren, die Arbeit daran war eine großartige Lehrstunde für mich als Mensch und Musiker.

Viel Freude beim hören,

Yaron Herman