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Sketches
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Produktinformationen

Besetzung

The WDR Big Band directed by Vince Mendoza
Dave Liebman - soprano saxophone
Charlie Mariano - alto saxophone
Peter Erskine - drums
Dieter Ilg - bass
Nguyên Lê - guitar


Aufnahmedetails

Recorded at the WDR Studios, Cologne, Germany
in November / December 1993
Recording Engineer: Reinhold Nickel, Frank Schneider
Soundassistant: Ruth Witt
Remixed by Wolfgang Hirschmann, Vince Mendoza
Digital Mastering by Greg Calby at Sterling Sound,
New York, USA
Produced by Wolfgang Hirschmann


SKETCHES, die achtteilige Suite des 33-jährigen amerikanischen Komponisten, Arrangeurs und Dirigenten Vince Mendoza, wurde beim letzten Jazz Fest Berlin uraufgeführt. Ein weiteres Konzert gab es in der Philharmonie Köln.

Kritiker sprachen von "herausragendem Beitrag" (Neue Zeit), "... ein Höhepunkt des Festivals"(FAZ / WAZ / Jazzpodium), von " ... Mendoza (als) einem Jazz-Orchestrator vom Range eines Gil Evans..." (Tom R. Schulz). Die mit Spannung erwartete Studioproduktion von "Sketches" wird jetzt von ACT als CD veröffentlicht.

Spätestens seit dem internationalen Erfolg von "Jazzpaña" (ACT 9212-2) und seiner Nominierung für einen GRAMMY wurde endlich auch eine breitere Öffentlichkeit mit dem Ausnahmetalent Vince Mendoza vertraut. Mit "Sketches" nun, dürfte sich der junge Klangmaler endgültig als das etablieren, was er für Kenner längst darstellt: als einer der bedeutendsten Komponisten und Arrangeure des zeitgenössischen Jazz.

Auf "Sketches" wirkten hochkarätige Solisten mit. Für den Sopransaxophonisten Dave Liebman war es "möglicherweise (die) beste Selbstdarstellung seines Lebens" (FAZ). Für Charlie Mariano arrangierte Mendoza zu dessen 70-sten Geburtstag die berühmte "Pavane" von Maurice Ravel. Der große Mann des Alt-Saxophons bedankte sich mit dem schönsten Solo der Platte.

Für viele war der vietnamesische Gitarrist Nguyên Lê "Die Entdeckung des Festivals" (FAZ). Auf der neuen Produktion stellt Mendoza den in Paris lebenden Gastsolisten erstmals einem internationalen Publikum vor, der für "fulminante Gitarrensoli" (Ssirus Pakzad) sorgt.

Dieter Ilg und Peter Erskine geben der großartig aufspielenden WDR-Big-Band ein solides rhythmisches Fundament, das die Solisten zu Höchstleistungen beflügelte.

Vince Mendoza, Jahrgang 1961, wuchs in Connecticut (USA) auf. Früh zeichnete sich ab, daß er später eine Karriere als Musiker antreten würde, denn bereits als Grundschüler probierte er sich eifrig an Gitarre und Klavier, bald darauf auch an der Trompete. Noch vor seinem Studium am Ohio State College nahm er auch Bass und Schlagzeug in Angriff. Trotz gewisser Fertigkeiten an den jeweiligen Klangerzeugern, sieht Vince Mendoza die Partitur als sein eigentliches Instrument. "Wenn ich einen Randy Brecker für ein Album gewinnen kann, wieso sollte ich mich dann lächerlich machen und selbst Trompete spielen." Die ersten Jobs waren für Mendoza denn auch gleich die eines Tonsetzers und nicht die eines Solisten. Am Ohio State College traf er beispielsweise den Schlagzeuger Peter Erskine, mit dem er bis heute eng zusammenarbeitet.

Durch den Drummer lernte er nach dem Umzug nach Kalifornien viele Spitzenkräfte des Jazz kennen, die die Dienste und Talente des jungen Orchestrators sofort in Anspruch nahmen. Er arbeitete u.a. mit Gary Burton, Michael Brecker, John Abercrombie, Joe Lovano, Marc Johnson, Bob Mintzer, John Scofield und Charlie Haden. Prägend wurde seine Begegnung mit Joe Zawinul den Mendoza neben Gil Evans als sein wichtigstes musikalisches Vorbild nennt. Bereits 1985 nahm Mendoza auch eine eigene Platte auf, ein Big Band Werk, das leider längst vergriffen ist.

Trotz der immensen Wertschätzung durch Kritik und Kollegen, trotz zweier weiterer Solo-Alben (1990 "Start Here"), bei World Pacific erschienen, hatten Eingeweihte immer ein wenig das Gefühl, daß Vince Mendoza wohl bis auf weiteres die undankbare Rolle eines Geheimtips einnehmen müßte. Das sollte sich 1993 schlagartig ändern.

Bei der Suche nach dem geeigneten Arrangeur für sein "Jazzpaña" Projekt wurde der Produzent Siegfried Loch von Wolfgang Hirschmann auf Vince Mendoza aufmerksam gemacht. Es folgte eine Einladung zu einer gemeinsamen Informationsreise nach Spanien und Mendoza erwies sich als Kongenialer Partner des bereits für das Projekt verpflichteten Arif Mardin.

Das "Jazzpaña" Projekt wurde ein großer internationaler Erfolg, sowohl als Platteneinspielung (ACT 9212-2) als auch auf diversen Festivalaufführungen. Gekrönt wurde die Leistung 1994 durch die Nominierungen (Best Instrumental Arrangement) für einen GRAMMY. Mit "Sketches" dürfte Vince Mendoza nun der endgültige Durchbruch gelungen sein.