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Vince Mendoza
El Viento - The García Lorca Project

Metropole Orkestra - ©ACT / Simon van Boxtel
Metropole Orkestra - ©ACT / Simon van Boxtel
Daniel Navarro - ©ACT / Annemiek Rooymans
Daniel Navarro - ©ACT / Annemiek Rooymans

Produktinformationen

Besetzung

The Metropole Orchestra
Conductor: Vince Mendoza

Soloists:
Rafael de Utrera – vocals
Eva de Dios – vocals
Daniel Méndez – guitar
Udo Demandt – cajón
Arturo Ramón – palmas
Daniel Navarro – dancing

Choir:
Jennifer Barnes
Cindy Bourquin
[[Elin Carlson]]


Aufnahmedetails

Recorded between 19 - 22 February 2008 at MCO Studios 1 & 3 and Wisseloord Studios, Hilversum, Netherlands
Recorded, edited and mixed by Jonathan Allen
Sound design by Ian Wilson
Mastered by Geoff Pesche at Abbey Road Studios, London
Produced by Vince Mendoza


El Viento – The García Lorca Project ist nach Jazzpaña I & II (ACT 9212-2 & ACT 9284-2) ein weiteres faszinierendes orchestrales Meisterwerk, das eine Brücke zwischen Flamenco und Jazz schlägt.

Der 4-fache amerikanische GRAMMY Gewinner Vince Mendoza hat sich in den letzten 20 Jahren als einer der bedeutendsten Arrangeure, Orchesterleiter und Musiker des zeitgenössischen Jazz profiliert. Stets ist der Amerikaner auf der Suche nach spannenden, einzigartigen Projekten, die herkömmliche musikalische Grenzen sprengen. Seine jüngste kammerorchestrale Produktion im Herbst 2008 Blauklang (ACT 9465-2) wurde als ein „musikalisches Fest in Blau“ (Stereo) enthusiastisch gefeiert und mit einer GRAMMY-Nominierung gewürdigt. Jetzt tritt Mendoza mit dem niederländischen Metropole Orchestra, dessen Chefdirigent er ist, erneut ins Rampenlicht und beleuchtet die musikalische Seite des berühmten spanischen Schriftstellers Federico García Lorca (1898-1936).

García Lorca war ein Liebhaber der Volkslieder seines Landes, und ein Verehrer des Flamencos: „Für mich ist Flamenco eine der großartigsten Erfindungen des spanischen Volkes“. Das Werk des spanischen Schriftstellers zeugt von einer tiefen Verbundenheit mit den gitanos, die für ihn das Wesen Andalusiens repräsentieren. Den duende, die spezifische Gemütsstimmung und Geisteshaltung, die dem Flamenco-Künstler bei seiner Darbietung zu eigen ist, betrachtete Lorca als seine eigene poetische Inspiration. So war es eine logische Folge, dass García Lorcas Schriften in das Repertoire des Flamencos flossen.

Die Geburtsstunde des García Lorca Projects liegt weit zurück. Es begann mit einem Projekt, das der Schriftsteller 1931 selbst ins Leben rief. Lorca, der ein ausgezeichneter Pianist war, nahm gemeinsam mit der Sängerin Encarnación López ‘La Argentinita’ zehn Volkslieder-Adaptionen unter dem Titel „Canciones Populares Antiguas“ (Alte Volkslieder) mit großem Erfolg auf und bewahrte sie so davor, in Vergessenheit zu geraten. 1979, nahezu ein halbes Jahrhundert später, verewigte der legendäre Flamenco-Sänger Camarón de la Isla auf „La Leyenda del Tiempo“ einige Gedichte des Schriftstellers, die Ricardo Pachón vertont hatte. Die musikalisch revolutionäre Platte wurde zu einem Klassiker der Flamencogeschichte. Zu Ehren des hundertsten Geburtstags von García Lorca im Jahre 1998 begann dann auch in den Niederlanden die musikalische Auseinandersetzung mit seiner Dichtkunst. In ambitionierter Weise schrieb der Bassist, Pianist und Komponist Niko Langenhuijsen Arrangements für eine Besetzung, mit der er sowohl dem Jazz als auch dem Flamenco gerecht wurde. In seinem Repertoire fanden sich auch neue Bearbeitungen jener Volkslieder wieder, die Lorca 1931 selbst aufgenommen hatte. Die zutiefst harmonische Verschmelzung von Jazz, Flamenco und Dichtkunst wurde vom Publikum bei der Uraufführung am 25. November 1998 im Muziekcentrum Vredenburg in Utrecht begeistert aufgenommen.

El Viento - The García Lorca Project nimmt auf all diese Vorgängerprojekte Bezug. Vince Mendoza und das Metropole Orchestra fügen die verschiedenen Entwicklungsstränge zusammen und beleuchten sie neu. Die musikalische Auseinandersetzung mit García Lorca ist um eine faszinierende Lesart reicher. Gemeinsam mit herausragenden Gastsolisten sind zwölf Stücke entstanden, die auf unnachahmliche Weise Lorcas Lyrik, Flamenco und orchestralen Jazz verschmelzen lassen. Auf El Viento finden sich Bearbeitungen von vier Volksliedern wieder, die einst auch von Lorca aufgenommen wurden. Dazu gesellen sich drei Lorca-Adaptionen von Ricardo Pachón sowie zwei Gedichtvertonungen von dem Nuevo-Flamenco-Pionier José Ortega Heredia 'Manzanita' („Ángeles Negros“) und von Niko Langenhuijsen (das Triptychon „Historietas del Viento“). Das von Camarón de la Isla 1979 interpretierte und zum Klassiker gewordene Volkslied „La Tarara“ wurde ebenfalls ins Programm aufgenommen.

Vier der Stücke hat Vince Mendoza für El Viento höchstpersönlich arrangiert: „La Canción del Mariquita“ von Ricardo Pachón, „Ángeles Negros“ von 'Manzanita' und die beiden Volkslieder „La Tarara“ und „Sevillanas del Siglo XVIII“. Gemeinsam mit dem Metropole Orchestra ist Mendoza erneut ein einzigartiges Tondokument gelungen: El Viento - The García Lorca Project ist eine Liebeserklärung an den Flamenco, ein weiterer Beleg, dass die Weltsprache Jazz Grenzen überschreiten kann, und vor allem eine Hommage an einen der größten Dichter des 20. Jahrhunderts.