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Various Artists
Visions Of Jazz

Visions Of Jazz
Visions Of Jazz

Produktinformationen

Aufnahmedetails

Mastered by Klaus Scheuermann at 4Ohm Studios, Munich, Germany
Produced by Siegfried Loch


Die Nase, der Himmel und der Augenblick

Der neue ACT-Sampler „Visions of Jazz“: 15 klingende Argumente, mit dem Jazz mehr als „nur“ Töne zu verbinden

Musik – und zumal der Jazz – soll den Hörer und sich selbst bewegen. Weltoffen und kommunikationsfreudig sein. Mit Tönen sprechen und über die Töne hinaus etwas zu sagen haben. Dies und anderes gehört zur Philosophie des Münchner ACT-Labels, das seit 1992 existiert und nicht zuletzt junge Musiker fördert, die einen eigenen Kopf und neue Klangvorstellungen haben. Musiker mit Visionen. Und Musiker aus Europa zumeist; denn gerade der Jazz aus der Alten Welt hat in den letzten Jahrzehnten eine ausnehmend starke Kreativität entwickelt und wird – was der Erfolg der ACT-Künstler aus dem Trio „e.s.t.“ belegt – auch in den USA mehr beachtet als je zuvor.

„Visions Of Jazz“ heißt denn auch der vorliegende Sampler mit 15 aktuellen Aufnahmen. Es sind Einspielungen, die – alle zusammen – auch die Vision von Label-Chef Siegfried Loch umsetzen: nämlich mit vielen starken musikalischen Individuen eine ästhetisch in sich schlüssige Vielfalt zu schaffen. Da sind – um nur einige zu nennen - die rauen Eruptionen von Saxophonist Heinz Sauer und Pianist Michael Wollny, der hypnotisch langsame Gesang Solveig Slettahjells, die groovenden Sound-Erforschungen von „e.s.t.“, Wolfgang Haffners hinreißend einfache Melodien auf elektronischem Grund, Michael Schiefels exzentrische Stimm-Eskapaden, Helge Sundes orchestrale Vielschichtigkeit, das rhythmisch packende Balkan-Kolorit des Alboran Trios und die geballte Kraft des Pianisten Eric Watson. Ein weites Spektrum.

Und nun zu den Visionen dahinter. Jazz sei nur ein „Four-letter word“, lautete ein Bonmot von Miles Davis. Frank Zappa merkte an, dass die damit bezeichnete Musik „funny“ rieche. Und Theodor W. Adorno schmähte den Jazz (oder was er dafür hielt) als erstarrte Mode, der das Utopische fehle. Miles Davis sagte aber auch: „Ich spiele es zuerst, und dann sage ich dir, was es ist.“ An letzteres Motto hielten sich die an dieser CD beteiligten Musiker und steuerten nach den Tönen auch ihre Gedanken dazu bei. Die reichen von der Überlegung, dass Jazz „Bewegung und Unendlichkeit“ vereine, bis zur pointierten Feststellung, „alles Visionäre“ sei „im Hier und Jetzt“ zu finden. Ihre Quintessenz: In jedem wirklich aus dem Moment geschöpften Ton kann sich der Himmel auftun. Das zeigen die Aufnahmen auf dieser CD schon auf vielfältige Weise. Und die Gedanken dazu beweisen dreierlei. Dass es heute im Jazz sehr wohl Utopien gibt. Dass der Geruch des Jazz bei weitem nicht nur komisch, sondern auch aufregend ist. Und dass dieses Genre sich gerade im 21. Jahrhundert nicht auf seinen vier Buchstaben ausruht. Viel Vergnügen beim Lesen und Überprüfen!

VISIONS OF JAZZ
HEINZ SAUER
"Im Idealfall Improvisation, mit einem Bezug zu allen Facetten des Lebens – was auch immer Sie sich darunter vorstellen mögen."

SOLVEIG SLETTAHJELL

“Der spanische Architekt Gaudí hat einmal gesagt: 'Kunst ist Schönheit, und Schönheit ist die Pracht der Wahrheit, ohne die es keine Kunst gibt.' – Ich halte Jazz für Musik und Musik für Kunst.”

HARRY SOKAL

"Jazz ist eine Art zu leben, die der Verwirklichung der Menschheit einen Sinn gibt, nämlich das Leben mit all seinen Gefühlen widerzuspiegeln."

HEIRI KÄNZIG

“Jazz ist die Musik der Welt ohne Scheuklappen.”

JOJO MAYER

“Die Expressivität und den Pioniergeist der ersten 30 Jahre Jazzgeschichte wieder einzufangen, ist meine persönliche Vision vom Jazz.”

ESBJÖRN SVENSSON

"Jazz kann eine Reise ins Unbekannte sein. Hinein in einen Geisteszustand, in dem weder Zeit noch Vernunft existieren, lediglich das Bewusstsein ewiger Existenz."

MAGNUS ÖSTRÖM

"Ich denke meine Vision von Jazz ist 'Freiheit und Neugierde'. Ich hoffe dass der Jazz sich in eine Richtung weiterentwickeln wird, in der er der Welt um ihn herum so aufgeschlossen wie möglich begegnet, mit einem großen Spruch auf der Stirn 'Keine Grenzen, keine Feinde!!'"

WOLFGANG HAFFNER
„Für mich ist Jazz eine Musik ohne Grenzen und direkt aus dem Herzen. JAZZ IST DAS LEBEN.“

NILS LANDGREN

“Für mich ist Jazz stets in Bewegung; eine Kunstform ohne Grenzen und fortwährend neuen Einflüssen auf der Spur. Der Jazz wird des Suchens nie müde, und ist immer offen dafür, von anderen Kunstformen zu lernen. Er lässt sich von niemandem und durch nichts einschränken. Der Jazz ist die ultimative Ausdrucksfreiheit.”

MICHAEL SCHIEFEL
“Verschwende deine Zeit nicht damit zu überlegen, ob die Musik, die du spielst, nun Jazz ist oder nicht. Improvisiere einfach, brich alle Regeln, höre zu und spiele. Wenn die Musik schön ist, wen interessiert dann der Stil?”

LARS DANIELSSON

“In einer Zeit, in der ein Großteil der Kunst eine Mischung aus den verschiedensten Kulturen geworden ist, glaube ich, dass es wichtig ist, sich auf die Essenz der Musik zu besinnen. Um einen Schritt nach vorne zu gehen, müssen wir in die Vergangenheit zurückblicken und von den Meistern lernen.

Für mich ist Jazz ein Weg, uns mit improvisierter Musik auszudrücken, ohne uns hetzen zu lassen. Kommunikation zwischen unserem Herzen, unserem Verstand und denen der anderen Menschen ist die Hauptsache.”

HELGE SUNDE

"Ich kann mich mit 'Thema, dann Solo-Solo-Solo, und dann wieder Thema', großartig vergnügen, aber der kleine Komponier-Teufel auf meiner linken Schulter langweilt sich zu Tode: 'Was ist nur aus Jede-Note-ist-kostbar geworden! Hast Du den Rat von Miles Davis schon vergessen, wie man so lange Solos vermeidet: 'Take the horn out of your mouth!''

'Halts Maul, ich bin grad mitten in der Bridge!', antwortet der kleine Teufel auf meiner rechten Schulter.

Meine persönliche Vision des Jazz ist wohl eine, in der der Komponist von Musikern lernt, die das Stück nicht nur als Sprungbrett für ihr Solo nutzen, sondern ihre Fähigkeiten und ihre Persönlichkeit dem Herzen der Musik darbieten."

JULIA HÜLSMANN
"In verstehe Jazz als Musik ohne Grenzen. Es geht nur um die Musik, die ich in meinem Inneren höre. Jazz gibt mir die Freiheit zu schreiben und zu spielen, was ich will."

CHRISTOF LAUER

"Meine Vision des Jazz ist: Bewegung, Entwicklung und Unendlichkeit."

CARSTEN DAERR

"Meine 'Vision' ist, dass sich der Jazz aus der (sehr überstrapazierten) Schublade 'Unterhaltung' herauslösen und als eigenständige Form improvisierter (und komponierter) Musik verstanden werden kann, die es (im Unterschied zur klassischen Musik) dennoch irgendwie schafft, ohne fremde Hilfe zu überleben.

DANIEL ERDMANN

"Ich kann nur mal wieder mein Lieblingszitat von Hans Arp beisteuern: 'Wer mit Pfeilen eine Wolke erlegen will, wird vergeblich seine Pfeile verschießen. Einer Wolke muss man auf einer Trommel etwas vorgeigen oder auf einer Geige etwas vortrommeln. Dann wird es nicht lange dauern, bis sich die Wolke niederlässt, sich vor Glück am Boden wälzt und schließlich entgegenkommend versteinert.'"

MICHAEL WOLLNY

"Gute Musik - und ganz besonders die improvisierte, unmittelbare - erzählt dem Hörer vor allem etwas über den Menschen hinter der Musik; und sie ist für den Musiker ein Mittel, eine bestimmte Emotion so intensiv wie möglich zu erfahren und erfahrbar zu machen. In diesem Sinne ist Jazz für mich die musikalische Sprache der Expressivität.

Meine Vision vom Jazz ist daher auch eine Suche nach neuen Möglichkeiten des Ausdrucks, ein Verschieben der Grenzen jenseits bereits etablierter Hörgewohnheiten. Jede Komposition sollte Hörer und Spieler ein neues Universum mit eigenen Gesetzen und Ideen eröffnen; eine in sich abgeschlossene, einzigartige Welt, die der improvisierende Musiker immer wieder neu erforschen und erkunden kann."

EVA KRUSE

"Aufmerksamkeit; unmittelbares Handeln im geeigneten Augenblick."

ERIC SCHAEFER

"Alles Visionäre existiert im Hier und Jetzt."

PAOLO PALIAGA

"Die improvisierte Musik hat die Kraft, uns Menschen über die Komplexität des Alltagslebens zu erheben. In der Improvisation ergreift die Sprache des Unbewussten das Wort und kompensiert mit einer starken und authentischen Gefühlsregung die fragmentarische Erfahrung der Moderne."

ERIC WATSON

"Die einzige Definition von Jazz, für die ich je eine Verwendung hatte, stammt von einem seiner größten Meister, von Thelonious Monk, der ganz schlicht gesagt hat: 'Jazz ist Freiheit'. Die ehrlichsten Praktizierenden der Jazz-Künste gehen an jeden neuen Tag mit der tief empfundenen Verpflichtung heran, das Privileg der Freiheit dazu zu nutzen, ein höchst individuelles und vollkommenes musikalisches Universum zu erschaffen. Verzaubert von einer privaten und unsichtbaren Muse, berührt diese lebenslange Suche nahezu jeden Aspekt der menschlichen Existenz, und bringt so eine Form von Musik hervor, die nie zu vor gehört oder gar geträumt worden ist."