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Various Artists
Magic Moments 2 - The Ultimate Act World Jazz Anthology Vol. VI

Magic Moments 2 - The Ultimate Act World Jazz Anthology Vol. VI
Magic Moments 2 - The Ultimate Act World Jazz Anthology Vol. VI

Produktinformationen

Aufnahmedetails

Mastered by Klaus Scheuermann
Compilation produced by Siegfried Loch


Sampler als Appetithappen für aktuelle Produktionen eines Labels, sind die Regel. ACT- Chef Siegfried Loch jedoch verbindet mit seinen Labelportraits den Ehrgeiz, "die Information über die Neuproduktionen als spannende Unterhaltung lustvoll zu vermitteln". Ein Hör-Abenteuer mit hohem Entdeckungspotential soll jede Folge der ACT World Jazz Anthologie sein – und sie sollen dem Hörer möglichst viel Spaß machen.

"Magic Moments 2" heißt die mittlerweile siebente Veröffentlichung in dieser Serie. Und dass das Label bisher immer den eigenen Anspruch erfüllt hat, zeigt schon die Tatsache, dass von diesen Anthologien stets zwischen 20- und 30 000 Exemplare verkauft wurden – für Jazz eine stattliche Zahl. Das zu einem besonders attraktiven Preis versteht sich, um mit jeder Veröffentlichung den ACT Freundeskreis zu vergrößern. Inzwischen genießen die ACT-Sampler bei Fans fast schon Kultstatus."Begegnungen der besonderen Art" will Loch auf "Magic Moments 2" präsentieren – gemäß der eigenen Label-Philosophie, neue künstlerische Verbindungen zu stiften, damit Impulse zu setzen und nicht zuletzt Musik anzuregen, die es sonst so nicht gäbe. Bereits seit "Jazzpaña", der ersten ACT-Produktion aus dem Jahr 1992, gehört das zum Profil des Labels.

Fünf von sechzehn Stücken auf "Magic Moments 2" sind bisher unveröffentlichte Aufnahmen, die anderen stammen aus den herausragenden Produktionen der jüngsten Zeit – und alle zusammen decken ein Spektrum ab, das bei weitem nicht nur Jazz-Kenner ansprechen wird.Etwa von der sensationellen Grammy-Siegerin 2003, Norah Jones, bis hin zum Flamenco-Gitarristen Gerardo Nuñez und dem Lounge-Pop-Jazz-Projekt Marsmobil des Münchner Pianisten Roberto Di Gioia reicht dieses Spektrum.Und spannend dürfte es für Fans verschiedenster Musikstile sein, mit wem diese hoch unterschiedlichen Musiker jeweils zusammentreffen – und welche Stücke sie interpretieren.

Samtstimme Norah Jones trifft auf den kreativen Country-Erneuerer Joel Harrison sowie den intellektuell anspruchsvollen Jazz-Experimentator David Binney, noch dazu mit einer Hommage an die erst kürzlich verstorbene Ikone Johnny Cash ("I Walk The Line"). Flamenco-Virtuose Gerardo Núñez lässt mit dem italienischen Trompeter Paolo Fresu und dem spanischen Landsmann Perico Sambeat (Saxophon) die Rasanz von iberischer Musik und Bebop-geschulte Jazzvirtuosität eine selten sonst so elegante Verbindung eingehen. Roberto Di Gioia präsentiert den besten deutschen Trompeter des jüngeren Jazz, Till Brönner, als Gast am Flügelhorn in dem geheimnisvoll verhangenen und apart zeitgenössisch pop-inspirierten Stück "Hand in Hand". Altsaxophonist Perico Sambeat ist auch in einer zweiten ungewöhnlichen Kombination zu hören: mit dem amerikanischen Klavierstar Brad Mehldau in einer Komposition von inniger Zartheit ("Mirall").

In besonderem Sinn für den Reiz der Begegnung stehen die norwegische Sängerin Rebekka Bakken mit dem Trio der Berliner Pianistin Julia Hülsmann, die für ihre CD "Scattering Poems" ein enormes Presse-Echo erhalten haben, und das Quartett Structure von Schlagzeugerin Terri Lyne Carrington, Saxophonist Greg Osby, Gitarrist Adam Rogers und Bassist Jimmy Haslip, in dem vier hochprofilierte Individualisten gemeinsame Sache machen. Beide Gruppen interpretieren hier Stücke aus einem anderen Genre: Die unglaublich ausdrucksstarke Rebekka Bakken singt in Hülsmanns Arrangement eines der bitteren Lieder des amerikanischen Songwriter-Genies Randy Newman ("Same Girl), und Terri Lyne Carrington ist mit Structure in der Menschheits- und Weltpolitik-Klage "Ethiopia" der großen kanadischen Singer-Songwriterin Joni Mitchell ebenfalls als sehr bewegende Sängerin zu hören.

Wie unterschiedlich die Welten sind, die unter "World Jazz" bei ACT zusammentreffen, zeigt nicht zuletzt die Begegnung der traditionellen vietnamesischen Sängerin Huong Thanh mit dem Avantgarde-Gitarristen Nguyên Lê und dem klassischen Englischhorn-Solisten Paul McCandless: feine Kombination von Klängen höchst verschiedener Herkunft. In außergewöhnliche, elektronisch kunstvoll verfremdete Schlagzeug-Sphären heben Marimbaphonist Christopher Dell und die Gruppe ElbtonalPercussion ab ("Freak Taeb"). Sängerin Viktoria Tolstoy singt mit warmer, lyrischer Stimme ein Stück aus der Feder von Pianist Esbjörn Svensson, dessen gefeiertes Trio e.s.t. übrigens mit dem kompakt-extravaganten Sound der Komposition "O.D.R.I.P.", einem Paradebeispiel für den hoch erfolgreichen Ambient-Pop-Avantgarde-Jazz dieses Trios, den Sampler eröffnet.Besonderes Schmankerl: das Finalstück von "Magic Moments 2" - ein weiterer Beweis, wie sehr die Musikwelten dank der besonderen Begegnungen im Programm von Labels wie ACT zusammenwachsen können. Posaunen-Entertainer und -Virtuose Nils Landgren widmet sich singend einem Stück des berühmtesten Pop-Exports seiner Heimat Schweden - ABBA: "Thank You For The Music". Dieser Titel könnte auch als Hommage von ACT an seine begegnungsfreudigen Künstler durchgehen - und an ihre hier versammelten magischen Momente.