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Rita Marcotulli & Luciano Biondini
La Strada Invisibile

Marcotulli & Biondini 11 © ACT / Steven Haberland
Marcotulli & Biondini 11 © ACT / Steven Haberland
Marcotulli & Biondini 10 © ACT / Steven Haberland
Marcotulli & Biondini 10 © ACT / Steven Haberland

Produktinformationen

Besetzung

Rita Marcotulli / piano
Luciano Biondini / accordion


Aufnahmedetails

Music composed by Rita Marcotulli & Luciano Biondini, unless otherwise noted

Produced by Siggi Loch with the artists

Recorded by Klaus Scheuermann at Emil Berliner Studios Berlin, February 5 & 6, 2014
Mixed and mastered by Klaus Scheuermann

Cover art (Detail) by Philip Taaffe / ACT Art Collection


Es ist die reduzierteste Art gemeinsamen Musizierens, aber eine der spannendsten: Das Duo, zwei auf sich alleine gestellt, im magischen Dialog voll Offenheit und Harmonie.

Die Kraft der Melodie ist das verbindende Band im Zusammenspiel von Rita Marcotulli und Luciano Biondini. „La Strada Invisibile“ ist ihr gemeinsamer Weg auf der Suche nach dem Zauber des Moments. Ihre virtuosen instrumentalen Fähigkeiten sind das Vehikel, um zur Seele der Musik vorzudringen.

Der Ursprung für das blinde gegenseitige Verständnis und die beeindruckende Spielkultur der beiden Musiker liegt sicher in den Parallelen ihrer musikalischen Laufbahn: Beide begannen schon früh, sich intensiv mit klassischer Musik auseinander zu setzen und absolvierten eine ebensolche Ausbildung. Und beide verbindet die innige Liebe zu den traditionellen Liedern ihrer Heimat Italien. Erst auf dieser Basis entdeckten sie schließlich ihre Leidenschaft für den Jazz:

Rita Marcotulli schaffte es innerhalb kurzer Zeit zu einer beeindruckenden internationalen Karriere und hebt sich nicht nur dadurch von anderen italienischen Jazz-Pianisten ab. Ihre strenge klassische Ausbildung unter anderem an dem renommierten „Conservatorio di Santa Cecilia“ in Rom hat ihr die Technik sowie die perfekte Phrasierung gelehrt, mit Tiefe und Klangqualität von seltener Schönheit. Dann entdeckte Marcotulli den Jazz für sich und arbeitete in der Folge mit Jazzgrößen wie Chet Baker, Joe Lovano, Paul Bley, Palle Danielsson, Michel Portal, Enrico Rava, Pat Metheny und Nguyên Lê zusammen. Aber auch die führenden italienischen Liedermacher Pino Daniele und Gianmaria Testa schätzen ihr Klavierspiel. Seit 1993 erschienen knapp 20 Alben unter Marcotullis Namen. Ihr Interesse für das Kino, vor allem für die Filme von Francois Truffaut,  inspirierten sie zu einem ihrer schönsten Alben: The Woman Next Door (Bleu, 2009). Für die Filmmusik zu „Basilicata Coast to Coast“ von Rocco Papaleo erhielt sie 2010 das prestigeträchtige „Silberne Band“ (Nastro d’Argento) der Vereinigung italienischer Filmjournalisten.

Luciano Biondini ist einer der wichtigsten zeitgenössischen Vertreter des Akkordeonspiels. Der Virtuose weiß sich in heterogene musikalische Kontexte einzubringen, die er als solche erst im Jazz entdeckt hat. Rabih Abou-Khalil, Michel Godard, Enrico Rava sowie der junge polnische Geiger Adam Bałdych schätzen seine eigenständige Spielkunst von überwältigender Dramatik und Emotionalität, die sich nie in technischer Oberflächlichkeit verliert. Zusammen mit Marcotulli arbeitete er bereits seit Jahren im Quartett. Er ist daher der ideale Partner für diese Aufnahme: ungewöhnlich und wertvoll.

Jazz, Klassik und italienische Liedkunst, all das fließt in „La Strada Invisibile“ virtuos zusammen. Mit kleinen Bewegungen, Gesten und Linien entstehen spannende Momente und neue musikalische Offenbarungen ganz aus dem Moment heraus. Marcotulli und Biondini rufen dabei die gesamte Gefühlspallette ab. Ihre eingängigen musikalischen Themen sind der  Ausgangspunkt und Antrieb, sich solistisch auszuleben. Mit „Aritmia“ beginnt das Album virtuos und forsch. Wunderbar schwelgerische Nummern wie „Vagabondi delle stelle“ und „Tuareg“ durchziehen das Album. Entschlossen rhythmisch geht es bei „In Between“ zu. Im raffinierten Dialog voll virtuoser Leichtigkeit und Spielwitz erklingt das Titelstück. Auf „Choroso“ kommt die Meisterschaft von Biondinis Akkordeonspiel eindrucksvoll zur Geltung. Und immer wieder setzt das klassisch geschulte Klavierspiel von Marcotulli Akzente, zum Beispiel bei „Stagione“. Auch die drei Fremdkompositionen weiß das Duo mit Respekt und Liebe auszuschmücken. Hervorzuheben ist die berührend nostalgische Interpretation von Jimmy Webbs „The Moon Is A Harsh Mistress“.

„La Strada Invisibile“ ist Musik voller Humor, Melancholie, Zärtlichkeit und Temperament. Es mag ein Klischee sein, dass Empfindsamkeit, Emotionalität und Unbekümmertheit typisch italienisch sind. Aber in allem steckt ein wahrer Kern, wie „La Strada Invisibile“ beweist.