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Nesrine © Nerea Coll
Nesrine © Nerea Coll
Nesrine © Nerea Coll
Nesrine © Nerea Coll

Produktinformationen

Besetzung

Nesrine / vocals & cello
Vincent Huma / guitar
David Gadea / percussion
Swaéli Mbappe / bass & moog
Manel & Imène Belmokh, Leïla Guinoun / background vocals


Aufnahmedetails

Music composed by Nesrine Belmokh, except Vitamin C by Can (Irmin Schmidt, Michael Karoli, Jaki Liebezeit, Holger Schüring & Kenji Suzuki)

Recorded at Jazztone studio, Papalacapa studio, Tigrus studio, November 2019 to February 2020

Mixed and mastered by Fab Dupont (Flux studio)

Produced and arranged by Vincent Huma & Nesrine


Lacquer disc cutting by Sidney Claire Meyer at Emil Berliner Studios, Berlin

Wie aus dem Nichts versetzte im Jahr 2018 das zuvor unbekannte Trio NES um die franko-algerische Sängerin, Cellistin und Songwriterin Nesrine die europäische Musikwelt über Genregrenzen hinweg ins Staunen. Ihr zweites, schlicht „Nesrine“ betiteltes Album ist nicht weniger, als eine Neu-Erfindung der Namensgeberin als Solokünstlerin. 

Nesrines Debütalbum „Ahlam“ erntete mit seiner schieren Schönheit, der ungewöhnlichen Besetzung aus Stimme, Cello und Percussion und einer musikalischen Vereinigung des Mittelmeer-Raums von Nordafrika bis Südeuropa begeisterte Reaktionen. Cello-Kollegin Sol Gabetta nannte Nesrine „eine wunderbare Sängerin und Cellistin“, The London Times „ein leuchtendes, multilinguales Talent“. Der französische Produzent und Radiomann André Manoukian schwärmte „NES lässt uns die Schönheit der Welt hören“ und der Deutschlandfunk brachte es auf den Punkt: „Die Zeit für NES ist gekommen.“ Mehrere umfangreiche Tourneen durch ganz Europa folgten und NES begeisterten ihr Publikum in klassischen Häusern wie der Berliner Philharmonie, dem Konzerthaus Berlin, oder der Amsterdamer Cello-Biennale genau so wie auf großen Jazz- und Weltmusik-Festivals.

Nun erzählt Nesrine als Solokünstlerin ihre persönliche und musikalische Lebensgeschichte weiter. In Frankreich als Kind algerischer Eltern aufgewachsen lernte und studierte sie zunächst klassisches Cello, arbeitete schnell mit Institutionen wie Daniel Barenboims „East-Western Divan Orchestra“ oder dem Orchester der Oper in Valencia unter Lorin Maazel und spielte eine tragende Rolle in einem Programm des „Cirque de Soleil“. Doch vor allem in ihren eigenen, kunstvollen Songs in arabischer, französischer und englischer Sprache wird ihre schillernde Künstlerpersönlichkeit hörbar. Eine Musikwelt ohne Grenzen, reflektiert von Nesrines Cello und ihrer kraftvollen Stimme, mit nordafrikanischen Wurzeln sowie einer mediterranen Gegenwart. Und einer faszinierenden Melange aus Minimal Music, klassischer Spielkultur und rhythmischen Einflüssen aus Pop und Jazz. 

Für das neue Album hat sich Nesrine mit Produzent und Gitarrist Vincent Huma (Jorge Drexler, Miguel Bosé, Marlango) und Soundingenieur Fab Dupont (Shakira, Jennifer Lopez, Wynton Marsalis, David Crosby u.v.m) zusammen getan. Gemeinsam mit Percussionist David Gadea und Gästen gelingt der Spagat, eine komplexe  Welt zu kreieren, die die Natürlichkeit, Reduktion und Wärme des Debütalbums „Ahlam“ beibehält, diese aber zugleich um ganz neue, elektronische Einflüsse und musikalische Ebenen erweitert. Im Zentrum dieser Welt stehen Nesrines Stimme und ihr elektrisches Cello. Letzteres klingt in ihren Händen immer wieder überraschend neu: Mal wie eine nordafrikanische Guembri, dann wieder wie eine E-Gitarre, metallisch scharf oder auch ganz klar und warm. Und dann ist da noch diese Stimme, die direkt zu den Hörer*innen spricht, ihnen mal ins Ohr flüstert, dann wieder wie zum Gebet ruft, mal mit Sanftmut, mal mit Ironie, mal widerborstig und trotzig – und immer auf der Suche, die Welt um uns herum einzufangen und hörbar zu machen.

Was auf dem Papier nach „Culture Clash“ oder „Crossover“ klingt, scheint für Nesrine die normalste Sache der Welt. Ihre Musik ist das Spiegelbild ihrer grenzenlosen Generation, in deren Denken und Handeln Herkunft, persönliche und künstlerische Sozialisation und stilistische Grenzen verwischen. Und auch ein Paradebeispiel dafür, wie Musik heute jenseits von räumlichen Grenzen entstehen kann. Sie funktioniert und fließt so natürlich, weil sie keinem Vorsatz folgt, all ihre unterschiedlichen Elemente zu verbinden und ist schlicht und einfach die logische künstlerische Essenz aus der ganz persönlicher Geschichte der Protagonistin.

Weltmusik? Global Pop? Fusion? Könnte man meinen. Aber viel treffender einfach: NESRINE.