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Matti Klein, Tobias Fleischer, Felix Falk, André Seidel - ©Dirk Mathesius
Matti Klein, Tobias Fleischer, Felix Falk, André Seidel - ©Dirk Mathesius
Tobias Fleischer, Matti Klein, Felix Falk, André Seidel - ©Dirk Mathesius
Tobias Fleischer, Matti Klein, Felix Falk, André Seidel - ©Dirk Mathesius

Produktinformationen

Besetzung

Felix F. Falk / saxes, didgeridoo, perc
Matti Klein / rhodes
Tobias Fleischer / bass
André Seidel / drums


Aufnahmedetails

Produced by Nils Landgren

Recorded by Arne Schumann at Hansa Studios Berlin, edited by Jonas Zadow.
Mixed and mastered by Arne Schumann at Schumann & Bach, Berlin.

Cover art: “Breakdancer” by Rainer Mang, 1989 / ACT Art Collection

Also available: For those about to Funk, ACT 9658-2


Immer mehr junge Musiker aus Deutschland, vorzugsweise im Jazz sozialisiert, entdecken mit Funk und Soul den Reiz von fetten Grooves, erdigen Sounds und treibenden Rhythmen. Nachdem der Schwede Nils Landgren mit seiner Funk Unit seit 20 Jahren für die europäische Visitenkarte des Funk sorgt, darf man jetzt wieder einmal Vertreter der ACT-Reihe „Young German Jazz“ zu den Vorreitern der nachwachsenden Generation rechnen: Das Berliner Quartett Mo’ Blow überraschte mit seinem knackigen ACTDebüt „For Those About To Funk“ bereits vor zwei Jahren die Szene. „Party, nicht mit Allerweltsgrooves, sondern mit Anspruch“, schrieb die Süddeutsche Zeitung, andere lobten Zeitlosigkeit und Vielschichtigkeit des Albums. Neben guten Kritiken gab es auch den Sieg beim „Future Sounds“ –Wettbewerb der Leverkusener Jazztage. Für die Jury war klar: „Mo' Blow zaubern ein mörderisch groovendes Funk-Feuerwerk auf die Bühne“.

Dass Mo’ Blow wirklich die gelungene Kombination aus dem Sound der heißen siebziger Jahre mit den aktuell drängenden Klängen ist, beweist nun umso mehr das neue Album "Gimme The Boots". Hochenergetisch geht schon die Startnummer „Call Me Milroy“ in Kopf und Beine, eingeleitet von den Slap-Sounds, coolen Phrasen und nachhallenden Läufen des Saxophons von Mo’ Blow-Gründer Felix Falk und vollendet von einem perkussiven Kracher-Solo von Matti Klein am Fender Rhodes. Lässig und leicht gleitet das markante Thema von „Winter Came Early“ vorüber, nervös getrieben die Shouts von „Papa‘s Pancakes“. Sonorer Soul, ganz minimalistisch, dafür umso mehr „good vibrations“ erzeugend, dominiert bei „Ray“. Purer Funk mit geslapptem Bass von Tobias Fleischer und schnellen, scharfen Synkopen der gesamten Band bringt „Slingshot“ zum Kochen.

Für Mo’ Blow pur haben sich die vier bei "Gimme The Boots" entschieden: Man verzichtete auf – durchaus willige – Gaststars, alles entstammt den eigenen Kraftmaschinen, einschließlich der zwölf, allesamt selbst komponierten Titel. Der in zehn Jahren gewachsene unverwechselbare Gruppensound kommt so eindrucksvoll zur Geltung. Es wird eine musikalische Energie eingefangen, die sich die Gruppe in hunderten Konzerten im In- und Ausland über Jahre erspielt hat. Nicht minder überzeugend sind die Soli – kein Wunder bei dem großen musikalischen Spektrum, das die vier Bandmitglieder jeweils einbringen. Vor allem aber sind es die vielen überraschenden Details, die den Charakter des Mo’ Blow-Sounds ausmachen: der atmosphärische Perkussions-Einstieg auf „Sunsqueezed“, das Didgeridoo bei „Gimme The Boots“ oder das wild wirbelnde Intro von André Seidel bei „Headbutt“.

Die Mischung macht’s. Da konnte auch Funkmaster Nils Landgren nicht widerstehen: Wie schon beim ACT-Debüt fungierte er als Produzent. Zusammen ergibt das ein dynamisches, mitreißendes, einfach Laune machendes Album. Die jungen deutschen Wilden – mehr und mehr sorgen sie international für Furore.