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Maria Kannegaard
Breaking The Surface

Breaking The Surface
Breaking The Surface

Produktinformationen

Besetzung

Maria Kannegaard - piano
Mats Eilertsen - bass
Thomas Strønen - drums


Aufnahmedetails

Recorded by Audun Kleive at Audiopol Studio, Skien in April 1999
Mastered by Jan Erik Kongshaug at Rainbow Studio, Oslo
Produced by Audun Kleive and Maria Kannegaard Trio


"Breaking the Surface" - an der Oberfläche eines Songs hält sie sich gar nicht erst lange auf. Maria Kannegaard geht in die Tiefe, lotet Stimmungen aus, schafft Raum und Atmosphäre, erzählt Geschichten. Die können verhalten und nachdenklich sein oder optimistisch und unbeschwert. Immer strahlen sie eine innere Ruhe und Ausgeglichenheit aus, die für die Reife der Künstlerin sprechen und für eine Abgeklärtheit, wie sie bei einem Debütalbum selten genug in der Jazzszene anzutreffen ist.

Der swingende Opener "Don’t Get Lost in the Woods" mit dem anmutigen Thema oder das verhalten groovige "Don’t Worry" mit den perkussiv gesetzten Akkorden sind, entgegen ihrem Titel, nicht das sprichwörtliche Pfeifen im Wald. Maria Kannegaard braucht sich keinen Mut zuzusprechen: Welcher Bandleader ihres Alters hat schon das Selbstvertrauen, so dunkle Klänge so lange stehen zu lassen wie sie, etwa in der Doppelnummer "Mind the Stars / Down in Oz"?

Die 29-jährige norwegische Pianistin stammt aus Dänemark. Mit sechs Jahren begann sie, Klavier zu spielen - klassisch, versteht sich - und sofort komponierte sie Songs, mit Strophe und Refrain. Während der High-School, mittlerweile in Norwegen, spielte ihr jemand eine Platte von Bill Evans vor und vergaß nicht zu erwähnen, dass diese Musik improvisiert sei. Maria war beeindruckt - und wollte Jazzmusikerin werden. Das war 1985. Zu den Bands, denen sie sich anschloss, gehörten das Quintett Alibi und die Gruppe Tingeling um Eldbjørg Raknes (Gesang). Seit 1997 arbeitet sie mit dem Bassisten Mats Eilertsen (25) und dem Drummer Thomas Strønen (27) zusammen. Beide bringen Spielerfahrung aus dem breit gefächerten Spektrum junger Bands mit, wie sie im Zuge des norwegischen Jazz-Booms der 90er Jahre aus dem Boden schossen. Für Maria sind sie ideale Partner in einem homogenen, ausgesprochen europäischen Jazztrio.

Heute nennt Maria Kannegaard die Pianistin Geri Allen und den noch immer unterbewerteten Herbie Nichols (1919-1963) als prägende Einflüsse. Über letzteren, der zu Lebzeiten weithin im Schatten von Thelonious Monks stand, schrieb sie ihre Abschlussarbeit am Konservatorium Trondheim. Die Beschäftigung mit seinem eigenwilligen Stil inspirierte sie zu ihren dunklen Klangfarben und Akkorden.

Neun der zwölf Stücke des Albums stammen aus Maria Kannegaards Feder, die restlichen entstanden als freie Kollektivimprovisationen im Studio. Was ihnen kaum anzumerken ist. Können sie doch so melodisch ausfallen wie Marias Kompositionen. Umgekehrt können diese in weiten Passagen so "frei" klingen wie die Kollektivimprovisationen. Denn Maria Kannegaard bekennt sich zur Form: Ein Stück soll eine Geschichte erzählen, mit Anfang und Ende. So steht auch das freie Spiel immer im Dienst ihres untrüglichen Formbewusstseins. Die Musik gewinnt eine Geschlossenheit, die in passenden Titeln wie "Let’s Go for a Walk" oder "Calm Down" ihre Entsprechung findet. Und das Album zum eigenständigsten Triodebüt werden lässt, das der norwegische Jazz seit langem hervorgebracht hat.