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Julia Hülsmann
Come Closer - Celebrating Randy Newman

Anna Lauvergnac, Julia Hülsmann - ©ACT / Jörg Grosse Geldermann (Next)
Anna Lauvergnac, Julia Hülsmann - ©ACT / Jörg Grosse Geldermann (Next)
Julia Hülsmann, Anna Lauvergnac - ©ACT / Jörg Grosse Geldermann (Next)
Julia Hülsmann, Anna Lauvergnac - ©ACT / Jörg Grosse Geldermann (Next)

Produktinformationen

Besetzung

Anna Lauvergnac – vocals
Julia Hülsmann – piano, Fender Rhodes
Marc Muellbauer – bass
Heinrich Köbberling – drums


Aufnahmedetails

Recorded by Jürgen Heckel at Studio P2, Berlin, August 2003
Mastered by Andreas Balaskas, Masterlab, Berlin/Würzburg
Produced and all music arranged by Julia Hülsmann


Als Julia Hülsmann klein war, lief ein merkwürdiger Konzert-Mitschnitt im Fernsehen. Ein Mann hockte da alleine am Flügel und sang wunderschöne Sachen mit einer eigentlich schrecklichen Stimme. Julia Hülsmann fand das ziemlich toll. Und freute sich, dass ihre Eltern zufälligerweise Noten von diesem seltsamen Typen gekauft hatten. So setzte sie sich also ans heimische Klavier und spielte zum ersten Mal in ihrem Leben keine klassischen Etüden. Sondern Songs von Randy Newman. Es war der Beginn einer langen Liebesgeschichte.

Julia Hülsmann ist inzwischen selbst eine bekannte Pianistin. 2003 nahm sie zusammen mit ihrem Trio und der norwegischen Sängerin Rebekka Bakken die Platte "Scattering Poems" (ACT 9405-2) auf, die bei Publikum und Kritik gleichermaßen zu einem verblüffenden Erfolg wurde. Hülsmanns Vertonungen von Gedichten des amerikanischen Avantgarde-Lyrikers E.E. Cummings bescherten zwei der größten Talente innerhalb der europäischen Jazzszene den verdienten Durchbruch. Mit "Come Closer", ihrer eigenwilligen Hommage an Randy Newman, zeigt die in Berlin lebende Pianistin und Arrangeurin, dass man ein an sich schon makelloses Debüt problemlos übertreffen kann. Man muss nur ein untrügliches Gespür für große Lieder und den Mut sowie die Begabung haben, um diese teilweise 30 Jahre alten Stücke für die Gegenwart der improvisierten Musik nutzbar zu machen.

Man muss natürlich auch die richtigen Leute kennen. Der Bassist Marc Muellbauer und der Schlagzeuger Heinrich Köbberling sind Hülsmanns langjährige kongeniale Komplizen, little criminals, die mächtigen Tons und perkussiv einfallsreich lauter krumme Dinger drehen. Kammerjazz mit Dreck an den Fingern und beißendem Spott in der Herzkammer ist das Ergebnis. Und so tanzt Randy Newman nun den New-Orleans-Gumbo, ist plötzlich Mitglied im Ambient-Fan-Club und hört vergnügt den Rhodes-geschwängerten Spacejazz eines Herbie Hancock.

Hülsmann hat aber auch eine neue Partnerin im (Lust-)Verbrechen entdeckt. Anna Lauvergnac, seit langem Sängerin des Vienna Art Orchestra, spielt jede Rolle einfach perfekt. Sie ist dämonische Verführerin ("You can leave your hat on"), Blues-Verzweifelte ("Let’s burn down the cornfield"), wahnwitzig abgebrühte Tochter ("Mama told me not to come") und Ko-Autorin des zusammen mit Hülsmann geschriebenen Titelstücks dieser CD. "Come Closer": näher kann man Randy Newman nicht kommen.