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Gerardo Núñez
Andando El Tiempo

Andando El Tiempo
Andando El Tiempo

Produktinformationen

Besetzung

Gerardo Núñez – guitar
Paolo Fresu – trumpet
Perico Sambeat – saxophone
Mariano Diaz - piano

Angel Sanchez Gonzalez Cepillo - percussions and palmas
Carmen Cortés – palmas
Noah Shaye & Moy Natenzon – drums
Juanito El Cubano – congas
Isabel Núñez – ambientes
Pablo Martin - double-bass
Pepe El Habanero & Martin - electric bass


Aufnahmedetails

Recorded by Ivan Canaveras at El Gallo azul studio
Mixed by Pepe Loeches at Eurossonic Studios, Madrid, except track 5 by Alberto Pinto
Mastered at studio 440
Produced by Gerardo Núñez


"Andando el tiempo" - Der dynamische Titel ist wohl bedacht. Mit der Zeit gehend, damit zu spielen; das war stets ein Antrieb im künstlerischen Schaffen von Gerardo Nuñez. Eigentlich ist er seiner Zeit immer einen Schritt voraus. Das brachte ihm den Ruf eines Modernisierers des Flamenco ein. Nach der Mode richtete sich Gerardo Nuñez jedoch nie. Sein Werk ist geprägt von starker Persönlichkeit, die im Flamenco ihresgleichen sucht. Gerardo Nuñez geht seinen eigenen Weg. Er tut dies sehr bewusst und betont es mit seinen sechs Saiten.

Bereits seine erste Platte "Flamencos en Nueva York" fand 1987 in der Flamencowelt ein Echo wie ein Paukenschlag. In technischer und musikalischer Hinsicht muss sich Gerardo Nuñez schon das Wort "Erneuerer" gefallen lassen, auch wenn er das gar nicht gerne hört: "Das Gerede von Fusion, und vor allem von der vielbeschworenen Reinheit im Flamenco, der Pureza, ist kompletter Unsinn". Seine Vision vom Flamenco ist sonnenklar, das Wesen seiner Musik ist offen für alles und jeden. Ein weiter Horizont, neue Stimmungen, eine präzise und ungeheuer schnelle Spielweise, Virtuosität und profundes Flamenco-Wissen prägen die Kunst von Gerardo Nuñez.

Er wurde 1961 in der Wiege des Flamenco, der andalusischen Stadt Jerez de la Frontera, geboren. Den Flamenco hat er von der Pike auf gelernt. Schon als kleiner Junge spielte er für alle großen Sänger seiner Stadt, die wichtigsten Flamencosänger der Epoche, für Legenden wie Terremoto, Tío Borrico, La Paquera de Jerez. Auch heute, als erfolgreicher Sologitarrist, begleitet er ab und zu die Größen des Gesangs. Mit Carmen Linares produzierte er 2002 das Erfolgsalbum "Ramita de locuras".

Doch immer gab es den Drang nach Neuem. Das führte ihn nach Madrid. Die pulsierende Metropole ist heute seine Heimat. Hier betreibt er sein eigenes Tonstudio und lebt und arbeitet mit seiner Frau Carmen Cortés. Sie ist Flamencotänzerin und eine der kreativsten und einflussreichsten Bailaoras im aktuellen Flamenco. Einige der wichtigsten Bühnenproduktionen der letzten Jahre sind das Ergebnis der gemeinsamen Arbeit des Traumpaars Carmen Cortés/Gerardo Nuñez.

Als Solist hat Gerardo Nuñez schon viele Platten veröffentlicht. Mit ihnen stieß er dem Flamenco neue Türen auf. Die Kooperation mit Jazzmusikern brachte ihm ein ganz neues, viel größeres Publikum. Seine CD "Jazzpaña II" (mit Chano Dominguez, Michael Brecker, Jorge Pardo uva. / ACT 9284-2) gewann den "Preis der deutschen Schallplattenkritik 1/2001" und den "German Jazz Award". Gerardo Nuñez würde sich nie für ein Projekt verbiegen lassen. Das Geheimnis seines Erfolges ist vielleicht seine authentische Art – schon nach wenigen Takten weiß der Flamencofan, dass es sich nur um Gerardo Nuñez handeln kann.

Auch seine neueste Platte "Andando el tiempo", aufgenommen in seinem eigenen Studio "El Gallo Azul", ist wieder ein Meilenstein auf seinem Weg. Zahlreiche Musiker wirken daran mit, darunter die Jazzer Paolo Fresu (tp), Perico Sambeat (sax) und Mariano Diaz (piano) - und natürlich mit ihrem rhythmischen Klatschen seine Frau Carmen Cortés. Seine wichtigsten Stützen sind die beiden Mitglieder des Trios, mit dem er häufig Konzerte gibt: der ebenso treibende wie sensible Perkussionist Cepillo und am Kontrabass Pablo Martin, ein Virtuose an seinem Instrument. Bei seinen Platten legte Gerardo Nuñez schon immer Wert auf gute Bassisten wie John Patitucci, Renaud Garcia-Fons oder Javier Colina. Um den Gitarrenläufen und künstlerischen Ideen von Gerardo Nuñez folgen zu können, sind die Besten gerade gut genug.

"Andando el tiempo" zeigt, wozu die moderne Flamencogitarre imstande ist: Elf Titel führen in unendliche Weiten irgendwo zwischen Flamenco und Jazz, ein Universum, wie es nur Gerardo Nuñez  schaffen kann.