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Christopher Dell
The World We Knew

Ladi Geisler - ©Siegfried Loch
Ladi Geisler - ©Siegfried Loch
Ladi Geisler, Christopher Dell - ©Siegfried Loch
Ladi Geisler, Christopher Dell - ©Siegfried Loch

Produktinformationen

Besetzung

Christopher Dell – vibes
Christof Lauer – saxophone
Ladi Geisler – guitar
Carsten Daerr – piano
Oliver Potratz – bass
Eric Schaefer – drums


Aufnahmedetails

Recorded at Traumton Studio, Berlin on May 22 & 23, 2006 
Recorded and mixed by Markus Mittermeyer
Mastered by Klaus Scheuermann
Produced by Christopher Dell
Executive Producer: Siegfried Loch

Weitere Infos zu Bert Kaempfert unter www.kaempfert.de


Jeder kennt den Song Strangers in the Night, einen der größten Hits des 20. Jahrhunderts. Kaum jemand aber weiß, dass er von dem deutschen Komponisten Bert Kaempfert stammt. Hinter vielen weltbekannten Titeln steht sein Name. Mit Songs wie Spanish Eyes, Danke Schoen, A Swingin' Safari oder eben Strangers in the Night - letzterer bescherte Frank Sinatra 1966 eine furiose Rückkehr an die Spitze der Charts - prägte Kaempfert seinen eigenen unverkennbaren Stil und schrieb Musikgeschichte.
Der aus Hamburg stammende Komponist, Arrangeur und Bigbandleader Bert Kaempfert (16. Oktober 1923 - 21. Juni 1980) entdeckte und produzierte die ersten Aufnahmen mit den Beatles, arrangierte für Elvis Presley und verhalf Al Martino mit Spanish Eyes zu seinem Comeback. Sein unvergleichlicher Sound – dominante (Knack-) Bassfiguren, ein swingender Rhythmus, Bläser und eine akribisch unterlegte, schwebende Mixtur aus Chor und Streichern – sorgte seit den frühen 60er Jahren für internationale Furore.
Vor allem amerikanische Top-Stars rissen sich um Kaempfert-Kreationen: Wayne Newton schmückte sich mit Danke Schoen; der große Nat “King” Cole feierte mit L.O.V.E. Triumphe. Jack Jones (Lady), Dean Martin (I Can't Help Remembering You), Sammy Davis jr. (Lonely Is The Name), aber auch Ella Fitzgerald, Shirley Bassey, Sarah Vaughan, Peggy Lee, Caterina Valente, Nancy Wilson - sie alle feierten mit seinen unverwechselbaren Kompositionen Welterfolge. Seine Hits sind zu Evergreens geworden.
1993 wurde Kaempfert die größte Ehre zuteil, die ein Komponist erreichen kann: die posthume Aufnahme in die amerikanische „Songwriters Hall Of Fame”.
Christopher Dell über THE WORLD WE KNEW:
Kurt Weill, Hanns Eisler – so lauten die Namen der wichtigsten deutschen Liedkomponisten des 20. Jahrhunderts. Und: Bert Kaempfert. Mit seinen Melodien, Atmosphären und dem für seine Zeit neuartigen Raum-Klang-Konzept bewegt Kaempfert Millionen weltweit.
Die ganz spezifische Eigenständigkeit seiner Kompositionen hat mich als „Problemstellung“ fasziniert. Auch Kaempferts Art, Musik als Designobjekt zu interpretieren, war für mich ein reizvoller, künstlerischer Aspekt.
Im Rahmen der Bearbeitung, der Aneignung, war es mir wichtig, aus den Kaempfert-Kompositionen ein zeitgenössisches Projekt zu formen. Das bedeutet konkret, dass wir weder auf Raum (Kaempfert) noch auf Struktur (Jazz) spielen, sondern uns ganz der Farbe widmen. Durch diesen eher impressionistischen Ansatz tritt die Musik nicht in Konkurrenz zum Original, sondern entwickelt ihre eigene spezifische Aussage.
Die Stücke wirken wie freigelegte Monumente aus einer anderen Zeit. Als wären sie die Architektur eines fast zerfallenen Gebäudes, dass seinen morbiden Charme erst auf den zweiten Blick freigibt. Aus der Stille der Gemäuer klingen die Atmosphären, Stimmen derjenigen zu uns, die hier einst lebten. Vor dem Hintergrund dieser Stimmung erhält der Titel “The World We Knew” seine ganz eigene Bedeutung und gibt dieser Konzeption einer “zurückgenommenen Archäologie” ihre Geschlossenheit.
Es gibt einen Musiker, der den Sound von Bert Kaempfert entscheidend mitprägte: der Gitarrist Ladi Geisler. Ich bin glücklich, dass er sich auf dieser Aufnahme mit seiner Kreativität und Eleganz so intensiv einbringt.